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Häufige Jobwechsel - Ist das noch Erfahrung oder kann das weg?

Der Generation der Millennials wurde seit ihrer Namensgebung – und ihrem Eintritt ins Berufsleben – ja schon einiges nachgesagt. Vor allem aber sind sie nicht nur gut informiert und hoch motiviert, sondern auch beruflich flexibel. Vielleicht sogar zu flexibel? Anders als ihre Elterngeneration bleiben die heutigen Young Professionals seltener über Jahre an ein Unternehmen gebunden. Wenn ihnen eine Stelle nicht passt, wird sie nicht passend gemacht, sondern einfach ausgetauscht. Doch wann sind häufige Wechsel gerechtfertigt und wann wird das Job-Hopping zum Karrierekiller?

Über die Angst etwas zu verpassen

Woher weiß man eigentlich, ob man in die Generation der Millennials fällt? Das ist eigentlich ganz einfach! Du gehörst in diese Kategorie, wenn du…

  1. in den 1980ern und 90ern geboren bist,
  2. dich auf Facebook super auskennst, beim Gedanken an Myspace aber total nostalgisch wirst und
  3. du keine Ahnung hast, was du mit deinem Leben eigentlich anfangen willst.

Aus letzterem Phänomen hat sich sogar ein eigener Begriff abgeleitet: The Fear Of Missing Out – oder kurz "FOMO" – ist das Resultat einer Gesellschaft, die sich auf nichts mehr festlegen möchte. Warum? Weil man anderswo ja etwas verpassen könnte! Wem beim Anblick der Instagram-Fotos einer Freundin schon einmal vor Neid das Herz in die Hose gerutscht ist, der weiß, wie sich das anfühlt.

Der perfekte Job ist wie das perfekte Selfie

Doch FOMO hat nicht nur Auswirkungen auf das Privatleben. Mit der Angst etwas zu verpassen, geht auch immer eine gewisse Entscheidungsmüdigkeit einher. Schätzungsweise wechseln Young Professionals zu Beginn ihrer Karriere im Schnitt alle zwei Jahre den Arbeitgeber. Wie soll man sich auch für eine Berufsrichtung entscheiden, wenn einem in Zeiten des Fachkräftemangels und der Globalisierung so viele Türen offenstehen? Da ist das Job-Hopping nur eine logische Konsequenz für den Arbeitsmarkt. Dennoch können sich zu viele Wechsel auch negativ auswirken und Fragen aufwerfen.

Tatsächlich sind nicht alle Jobwechsel schlecht für die eigene Karriere. Manchmal dauert es etwas länger bis der richtige Job gefunden ist – da verhält es sich beruflich wie mit Selfies. Problematisch wird es nur, wenn auch beim zwanzigsten Schnappschuss noch keins dabei war, das man als „instagrammable“ einstufen würde – oder man eben wahllos von einem Unternehmen ins andere springt, weil man immer denkt: Woanders könnte es noch besser sein.

Balance und den roten Faden finden

Generell gilt, wer mehrmals im Jahr den Arbeitgeber wechselt kommt spätestens im nächsten Bewerbungsgespräch in Erklärungsnot. Unternehmen wollen wissen, dass sie sich auf dich, deine Motivation und deine Loyalität verlassen können. Besonders hellhörig werden Recruiter, wenn die Jobwechsel zunehmend im Rahmen der Probezeit geschehen. Solltest du dich in dieser Lage wiederfinden, ist es wichtig, die häufigen Wechsel sinnvoll begründen zu können, ohne deine vorherigen Arbeitgeber schlecht dastehen zu lassen oder gar über deinen letzten Chef herzuziehen. Bleib sachlich und betone lieber, warum der Job besser zu dir und deinen Fähigkeiten und Wünschen passt.

Wer trotz häufiger Wechsel einen roten Faden findet, der die vergangen Jobs miteinander verbindet, hat hier einen entscheidenden Vorteil.

Das rät die Expertin

"Ich würde Young Professionals raten, sich selbst und der Position erst eine Chance zu geben. Oft braucht es eine Weile, bis man sich in die Arbeit eingefunden hat. Doch wer dabei bleibt hat die Gelegenheit mit der Position und dem Unternehmen zu wachsen, sich weiterzuentwickeln und zu lernen. Das Leben ist aber auch zu kurz, um in einem Job zu bleiben, der mir keine Freude bereitet und in dem ich keine Zukunft für mich sehe." - Charlotte Reinholz, Head of Talent Acquisition

Charlotte Reinholz Head of Talent Acquisition

Ein Patentrezept gibt es nicht. Wichtig ist, Pro und Contra vor einem Wechsel abzuwägen und den Veränderungswunsch plausibel und authentisch erläutern zu können. Wie die Quantität von Berufswechseln zu beurteilen ist, liegt letztlich immer auch im Auge des CV-Betrachters. Am Ende solltest du einen Job wählen, der zu dir passt, auch wenn du dafür erst ein paar Richtungen ausprobieren musst. Man weiß nie, wofür eine Erfahrung einmal gut sein kann.

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